Das Weltformat


Die Entstehung des Weltformats geht auf den Ostschweizer Karl Wilhelm Bührer (1861–1917) zurück. Bührer war Gründer und erster Redakteur der Halbmonatsschrift «Die Schweiz», die fast zwanzig Jahre als die führende literarische und künstlerische Zeitschrift der deutschen Schweiz galt. Nach einem kaufmännischem Misserfolg genötigt, seine Tätigkeit ins Ausland zu verlegen, gründete Bührer 1911 in München die «Brücke», deren weitgespannte Pläne durch seinen Tod und den Ersten Weltkrieg unverwirklicht blieben.

Das Weltformat wurde vom «Brücke»-Mitarbeiter und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald definiert und geht – wie die Deutsche Industrie-Norm für das DIN Briefpapier-Mass – von der Diagonalen des Quadratzentimeters aus (mathematisch: Wurzel aus 2 = 1,414). Es wurde 1913 in der Nummer 4 der Zeitschrift «Das Plakat» vorgestellt und kam erstmals anlässlich der Schweizer Landesausstellung 1914 in Bern zum Einsatz.

Ab 1914 stellte die junge APG|SGA neue Litfasssäulen und Plakatträger auf, die diesem Format entsprachen. Der Aushang bot dem blühenden Künstlerplakat einen repräsentativen Rahmen und erregte international viel Erstaunen und Bewunderung. Es entstand der vielzitierte Begriff der «Galerie der Straße». Der künstlerische Erfolg und die konsequente nationale Verbreitung des Einheitsformats legten in der Schweiz des 20. Jahrhundertes den Grundstein für den Siegeszug des Plakats.